Waldbrände in Südwesteuropa: Einsatzkräfte blicken mit Sorge auf neue Hitzewelle
Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände blicken die Einsatzkräfte mit Sorge auf eine neue Hitzewelle: Für Frankreich erwarteten die Meteorologen bereits ab Dienstag, für Spanien ab Mittwoch sengende Temperaturen, teils von mehr als 40 Grad. Die Feuerwehr im Südwesten Frankreichs sah sich im Vorfeld der neuen Hitze in der "Offensive" gegen die Flammen, in Spanien konnten die Einsatzkräfte nach den Worten von Regierungschef Pedro Sánchez "Licht am Ende des Tunnels" sehen.
Nachdem ein Waldbrand nahe Bordeaux in den vergangenen Tagen 42.000 Hektar Fläche verwüstet hat und rund 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden mussten, war die Situation dort am Dienstagmorgen nach einer "ruhigen" Nacht "stabil", wie die Behörden mitteilten.
Mehrere nächtliche Brandentwicklungen nördlich von Le Porge und nördlich von Cap-Ferret konnten "dank des Einsatzes der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden", erklärte die zuständige Präfektur in der Gironde. Die durch das Feuer vernichtete Fläche habe sich nicht vergrößert. Den Angaben zufolge sind Helfer weiterhin damit beschäftigt, "Brandschneisen zu schlagen, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern".
Es wurde allerdings auch eine neue Evakuierungsaufforderung für rund 4000 Touristen im Badeort Lacanau westlich von Bordeaux herausgeben. Sie würden nach Carcans und Castelnau-de-Médoc geleitet, erklärte die Präfektur.
Im südlich der Gironde gelegenen Département Landes konnten hingegen 15.000 Menschen in ihre Häuser zurückkehren. Dies betreffe "alle Bewohner der Gemeinden Sanguinet und Parentis-en-Born" sowie die Einwohner von Biscarrosse und Gäste eines Campingplatzes nördlich der Stadt, erklärten die örtlichen Behörden.
Die Situation in Frankreich könnte sich angesichts der neuen Hitzewelle allerdings verschärfen: Der französische Wetterdienst prognostizierte Temperaturen von bis zu 40 Grad ab Dienstag mit trockenem Wind.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montag bei einem Besuch eines Krisenzentrums der Einsatzkräfte in Bordeaux von den heftigsten Waldbränden im Land seit Ende des Zweiten Weltkrieges gesprochen.
Zur Unterstützung im Kampf gegen die Waldbrände hatte die Bundeswehr am Montag zwei Transporthubschrauber und Feuerlöschmaterial in den Südwesten Frankreichs entsandt. Am Dienstag war einem Medienbericht zufolge weitere Hilfe aus Deutschland unterwegs. Der MDR berichtete, das Löschflugzeug "Hexe" aus dem Harz sollte in Richtung Bordeaux aufbrechen.
Auch in Spanien wurde eine neue Hitzewelle erwartet, sie soll am Mittwoch beginnen und laut dem Wetterdienst bis zum Ende der Woche dauern. Die Höchstwerte können demnach auf bis zu 42 Grad steigen.
Regierungschef Sánchez zeigte sich am Dienstag dennoch optimistisch. "Wir schaffen es tatsächlich, das Blatt zu wenden, und wir können im Kampf gegen diese Brände allmählich Licht am Ende des Tunnels erkennen", sagte er zu Reportern. Allerdings müssten alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden - "insbesondere in den komplexen Tagen und Stunden, die vor uns liegen".
Zuvor hatte Innenminister Fernando Grande-Marlaska von einer "positiven Nacht" gesprochen. "Dank des enormen Einsatzes der Helfer" konnten Fortschritte bei der Bekämpfung des Feuers erzielt werden.
Die Präsidentin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso, äußerte sich ebenfalls optimistisch. Die Lage "bei den Waldbränden bessert sich allmählich", erklärte sie. "Wir können heute optimistischer sein und mit der Planung der sicheren Rückkehr der Bewohner in mehrere Gemeinden beginnen."
Nach Angaben des spanischen Innenministeriums wurden bislang rund 60.000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht.
X.Welter--LiLuX