Vulkanausbruch führt in Indonesien zu schweren Störungen des Flugverkehrs
Ein Vulkanausbruch in Indonesien hat zu schweren Beeinträchtigungen des Flugverkehrs geführt. Wegen der vom Anak Krakatau ausgestoßenen Aschewolke wurde der Betrieb an sechs Flughäfen des südostasiatischen Inselstaats eingestellt, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Betroffen waren unter anderem der internationale Flughafen Soekarno-Hatta nahe der Hauptstadt Jakarta sowie der internationale Flughafen Husein Sastranegara der Millionenstadt Bandung.
Der in der Meerenge zwischen den Inseln Java und Sumatra gelegene Vulkan Anak Krakatau war am Samstag ausgebrochen. Er spuckte Lava und verursachte dröhnenden Lärm, der bis zu 700 Kilometer weit zu hören war, wie die Geologie-Behörde mitteilte. Am Sonntag wurden zwei weitere Ausbrüche registriert.
Der Flughafen Soekarno-Hatta - der wichtigste des Landes - wurde zunächst bis Sonntagmorgen (Ortszeit) geschlossen, später wurde seine Schließung bis zum Nachmittag verlängert. Zuvor war dort Vulkanasche in der Luft nachgewiesen worden.
"Der jüngste Test zeigte positive Ergebnisse, die auf eine Ausbreitung von Vulkanasche im Bereich des internationalen Flughafens Soekarno-Hatta hindeuten", erklärte das Verkehrsministerium. Der Flughafen liegt mehr als 150 Kilometer vom Anak Krakatau entfernt.
Nach Angaben des Verkehrsministeriums waren 209 Flüge - insbesondere von und nach Singapur, aber auch Doha, Sydney und Kuala Lumpur - sowie mehr als 22.000 Passagiere von der Schließung des Flughafens nahe Jakarta auf der Insel Java betroffen. Auch in drei weiteren Airports der Hauptstadt wurde der Betrieb eingestellt.
Die Behörden forderten Schiffe auf, bei der Durchfahrt durch die Meerenge zwischen Java und Sumatra ihre Wachsamkeit zu erhöhen. Um den Anak Krakatau galt eine Sicherheitszone von drei Kilometern Durchmesser, die Schiffe nicht durchkreuzen durften.
Die Chefin der Geologie-Behörde, Lana Saria, erklärte jedoch, die jüngste Serie von Eruptionen des Vulkans habe nicht das Potenzial, einen Tsunami auszulösen. 2018 hatte ein Ausbruch des Anak Krakatau einen Tsunami ausgelöst. Weil der Krater teilweise einstürzte, entstand damals eine so heftige Flutwelle, dass mehr als 400 Menschen ums Leben kamen.
Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, wo mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Dadurch gibt es immer wieder Vulkanausbrüche und Erdbeben.
Anak Krakatau bedeutet "Kind des Krakatau". Der Vulkan tauchte erstmals 1927 über dem Meeresspiegel auf - und zwar in der Caldera, die sich durch den gewaltigen Ausbruch seines berüchtigten Vorgängers Krakatau im Jahr 1883 gebildet hatte. Durch diesen Ausbruch - einen der verheerendsten der Menschheitsgeschichte - waren 35.000 Menschen getötet worden.
V.Reding--LiLuX